Die Geschichte der Schmorgurken

 

Im Sommer 1987 fanden sich Edgar Freybe, Martin Laube und Hartmut Lehmann zum gemeinsamen Spielen von deutschen Folkloreliedern zusammen. Es war die ausgehende Zeit der Liedermacher und der deutschen  Folklore. Mit Handwerks- und Gesellenliedern wurde auf so manchen Geburtstagsfeiern die Sau raus gelassen und feucht und fröhlich gefeiert. Geige, Mandoline, der Laub´sche Kontrabaß (dessen Stimme öfters umfiel), die Lehmannsche Gitarre und gar freiheitliche Texte heizten nicht nur die familiäre Stimmung auf. Mit Liedern von Reinhard Mey und Gerhard Schöne suchten wir unsre persönliche politische Freiheit.

 

Im Jahr 1988 holten wir Johannes Grünbaum in unsere Dreierbeziehung, was anfangs nicht einfach war. Wir hatten kein Ziel, wollten einfach nur Musik machen und diese irgendwann auch mal spielen dürfen. Mit einer einmaligen Spielerlaubnis vom Rat des Kreises, Abteilung Kultur, durften wir dann gemeinsam im September 1988 mit Jörg Lehmann am Akkordeon in der Breiten Straße beim Spreewaldfest in Lübben  uns versuchen. Das kurzfristige Leben als Straßenmusikant machte großen Spaß, aber noch mehr Spaß hatten wohl unsere Zuschauer, die jeden Lacher mit einer müden DDR-Mark in den Hut belohnten. Das Geld klimperte damals nicht - es klapperte.

 

Um eine offizielle Spielerlaubnis zu erhalten, war ein Vorspiel vor einer Jury des Rates des Kreises in der Holzoper (Kulturhaus Lübben) notwendig. Wir Schmorgurken erhielten 26.10.1988 die Sonderklasse und die Jury mehrere  feuchte Händedrücke.

 

Zu diesem besonderen Ereignis musste auch ein einprägsamer Name her, was lag da näher als der Name „Die Schmorgurken". Nun ja, nicht gerade ein typisches Spreewaldgericht, doch von einer musikalischen örtlichen  Eigenart ......

 

Jeder fängt mal klein an. Unsere Auftritte weiteten sich aus dem Sandkasten, den engen und dunklen Gassen der Städtchen Lübben und Lübbenau auf die Spreefestspiele im Spreewald und andere Örtlichkeiten aus.

 

Nach dem Erlangen lokaler Berühmtheit wurden immer mehr Zuhörer im erweiterten deutschen Lande neugierig auf unsere Unterhaltungskunst.

Tourneen führten uns nach Bonn, Pinneberg, Hamburg, Tübingen, Neunkirchen, Krefeld, Berlin, Potsdam, Dresden, Chemnitz und auf die Insel Rügen.

 

Im Jahr 2002 verschied unser Geiger Edgar auf tragische Weise. Nach einer langen
Pause entschieden wir uns aber dennoch weiter zu machen. Unsere Freunde forderten
uns auf nach vorn zu schauen – was wir dann auch anstrebten.

 

2004 banden wir unseren Nachwuchs musikalisch ein. Alexander und Tobias ergänzten den Leichtsinn der drei alten Herren auf besondere Art und Weise, worauf viele der anwesenden Damen flogen, welches wiederum in einen argen Konkurrenzkampf zwischen uns Männern ausartete. Im Jahr 2009 jedoch ging Alexander in die Schweiz zu seiner Familie. Von da an war mit Konkurrenzkampf endgültig Schluss!

 

Was tun ohne Geiger? Wie es das Schicksal will, lag eine Patientin im Krankenhaus
auf Martins Station. Er pflegte sie inständig. Eines Tages erzählte er rein zufällig unseren Missstand und die gute Frau Jutta entgegnete ihm, dass sie einen Geiger kenne, der ja bald in den Ruhestand gehen möchte.

Der Ruheständler heißt Eckhard Zeuch und sei ihr Mann - mann!  welch ein Glück!

Eckhard gefiel unsere musikalische Richtung und er begann als Profi uns die Flötentöne beizubringen – nämlich endlich richtige Arrangements. Bislang hatten wir meist alles handschriftlich nur im Skript festgehalten. So übten wir fleißig oder auch weniger, bis unser Programm stand. Von da an bereichert Ecki unser Bühnenprogramm hör- und fühlbar. Freuet Euch mit uns auf kommende Zeiten und einem neuen Programm!

 

p.s. Kleinkunst ist nicht die Kunst des kleinen Mannes, sondern: mit kleiner Kunst ein großes Lächeln in die Herzen der Zuhörer und Zuschauer zu zaubern!

 

Vielen Dank Euch allen für Euer langjähriges Vertrauen!

 

Eure Lübbener Schmorgurken